Dienstag, 18. Februar 2014

Ulundi Eduplant Workshop


Der zweite Eduplant Workshop fand in Ulundi statt. Ulundi liegt im tiefsten Zululand in der Nähe vom Hluhlue Emfolezi Game Resort schon ziemlich in der Nähe von Mosambik.

Aber erst mal der Reihe nach!

Sonntag wollte mich Fundi gegen 8:30 mit dem Bus von Ncami abholen. Nach afrikanischer Zeit kam er dann aber erst um 13:30.

So ist das hier, und wenn man damit nicht klar kommt, hat man in Afrika nichts zu suchen!
 
Den Bus mit dem wir fahren wollten musste Fund erst einmal abholen, was dann das größte Problem darstellte, denn der vorherige Fahrer hatte den Busschlüssel mitgenommen und befand sich jetzt im Gottesdienst außerhalb von Pietermaritzburg. Also blieb Fundi nichts anderes übrig als erst einmal zur Kirche zu fahren, den Fahrer zu finden und den Schlüssel abzuholen!


Das ist unser Bus, man kann auf der Tür gut das Ezemvelo Zeichen erkennen, das Schild mit dem sich die Zulukrieger vor angreifenden Pfeilen schützten und natürlich das Rhinozeros ergeben als Sinnbild: Schütze die Rhinos!

Also, dieser Bus hat uns dann Sonntag erstmal nach langsamer, langer Fahrt ins Umlalazi Nature Reserve gebracht. Dort haben wir übernachtet und die Jungs wünschten sich mal wieder ein deutsches Essen, es gab Frikadellen mit Bratkartoffeln und Gemüse. Die Teller waren leergefuttert!

Das war meine Aussicht!


Mein Wohnzimmer mit Küche!
 

Und alleine war ich auch nicht, ich hatte Haustiere:

2 Riesen Kakerlaken, Mäuse, Mosquitos und eine wunderschöne Libelle.
 
Die Kakerlaken mussten leider unter Wassergläsern übernachten, die Maus hat von Fundis Gemüse eine Bohne spendiert bekommen (die ist ihm Abends beim Essen runter gefallen und war morgens aufgefuttert), die Mosquitos kriegten auch deutsches Essen: Blutgruppe B Rhesus negativ und die Libelle lag leider morgens ziemlich leblos in Waschbecken im Badezimmer, ich wollte sie ja rausbringen, aber sie hat sich geweigert!
 
Dafür war mein Häuschen aber irgendwie wirklich sehr urig!



Ganz früh morgens um 7:00 Uhr fuhren wir dann los die Lehrer einzusammeln. Das hat dann ungefähr bis 10:00 Uhr gedauert und dann wurde der Rest der Strecke nach Ulundi ins uMgungundlovu (Wer das richtig aussprechen kann bekommt von mir einen Kaffee spendiert!) Multi Media Center oder auch King Dingane's Royal Residence genannt zurückgelegt. Wir kamen um 11:30 endlich an und

wurden schon sehnsüchtig erwartet, denn das Kennenlernspielchen sollte sofort stattfinden!


Die Gruppen haben sich schnell gefunden und der Workshop konnte endlich starten. Mit viel Engagement haben die Trainer von Food and Trees versucht die Lehrer bei der Stange zu halten. 


Und dass ist hier in Afrika auch nicht anders als zu Hause, die Lehrer quatschen einfach ununterbrochen, wären sie ihre eigenen Schüler gäbs mit Sicherheit einen "Tadel".


Da ich keine Lust hatte den ganzen Workshop noch einmal mit zu machen habe ich mich dann auf andere Sachen konzentriert:

Schöne Frisuren!




Oder auf meine Betreuer:

Nozipho ganz links im Bild
 

Oder Fundi und Lungele:


Oder ich habe mir auch die Ausstellung über die Zulu-Könige angeschaut. 


Das ist der aktuelle König der Zulus!

Die Ausstellung zeigt die Gebete der einzelnen Könige und wunderschöne Teppiche, auf denen Ausschnitte des Alltagslebens festgehalten wurden.




In einem anderen Raum gibt eine Wall of Heaven auf der verstorbene Zulus dargestellt werden.


Und gegenüber davon gab es wunderschöne Perlenarbeiten von Zulu-Künstlern.
 


Dieses Center ist sehr schön aufgemacht!

Und Bayede bedeutend so viel wie Eure Majestät!


Nach dem leckeren Mittagessen ging es dann so gegen 14:30 zurück. 

Die Landschaft ist hier sehr geprägt von den Zuckerrohr-Feldern und Eukalyptus-Plantagen.
 

Vorne Zuckerrohr, hinten Eukalyptus!


Ist schon recht eintönig hier. Eukalyptus wird vor allem zur Zellstoff Gewinnung eingesetzt und ist ein sehr anpassungsfähiger Baum, er wächst innerhalb von 5-10 Jahren zur vollständigen Größe heran und muss auch nach dem Abholzen nicht neu gesetzt werden, da er aus dem Baumstumpf immer wieder neu austreibt. Ökologisch werden diese Plantagen aber ganz kritisch betrachtet, weil sie die Böden auslaugen und vor allem unheimlich viel Wasser verbrauchen, was hier in Südafrika immer Mangelware ist! Hier ist die Rückkehr zum guten alten Stoff-Taschentuch angesagt!

Nachdem wir dann endlich wieder alle Lehrer in ihre häufig recht abgelegen Orte zurück gebracht hatten, waren wir gegen 18:00 wieder in unserer Hütte zum Übernachten zurück und am Dienstagmorgen gings dann endlich auf nach Pietermaritzburg. 

Was habe ich gelernt?

1. Ein pothole ist kein Loch im Topf sondern ein Schlagloch von denen es hier ganz viele gibt!

2. Mäuse mögen gekochte Bohnen.

3. Als Weiße ist man hier immer auf dem Präsentierteller und kann sich nicht mal eben verstecken,   man fällt immer auf!