Sonntag, 23. Februar 2014

Wie lebt es sich in Südafrika?

Diese Frage bekomme ich oft gestellt. Oder auch: Ist es dort nicht zu gefährlich? Oder auch: Ist es da nicht viel zu heiß?

Was soll ich nun darauf antworten! Es lebt sich gut in Afrika! Das Essen ist lecker und die Menschen sehr freundlich und offen und das Wetter, speziell in Durban ist klasse.

Klar kann es hier manchmal gefährlich sein, aber man muss lernen damit umzugehen.

Ausländer erkennt man daran, dass sie mit offenem Fenster im Auto durch die Stadt fahren. Wenn einem dann das Handy aus der Hand geklaut wird hat man selber Schuld! Man muss den Dieben das Handy ja nicht auf dem Geschenkteller servieren!

Ansonsten weiß man einfach irgendwann wann und wo es brenzlig werden könnte und verhält sich entsprechend und wenn man aus lauter Angst, dass einem Etwas passieren könnte nur im Hotel rumhocken würde, bräuchte man hier gar nicht hinfahren!

Und auf die Frage nach der Hitze kann ich nur sagen, dass ich noch nie so gefroren habe wie letztes Jahr im August in Johannesburg. Bei uns Hochsommer, hier Winter.

Winter heißt hier soviel wie, dass es Nachts auch frieren kann, tagsüber aber meistens wieder relativ warm wird. Der Unterschied ist nur der, dass es hier keine Heizungen in den Häusern gibt, die Fenster einfach verglast sind und da die Häuser alle so gebaut sind, dass sie möglichst wenig Sonne abbekommen, wird es auch tagsüber nicht durch die Sonne aufgeheizt. Außerdem schneit es auch manchmal in Johannesburg im August. Der Kälte kann man dann nur durch Heizdecken entkommen! Ich bin letztes Jahr dann nach Mosambik geflohen. Da war es dann etwas wärmer.

Ansonsten lebt es sich hier ganz entspannt und locker. Ich bin immer wieder fasziniert von der
Freundlichkeit der Menschen.

Gestern war ich beim Friseur, meine CS Beate sagte, dass ich mich so nicht auf dem Bring und Braai blicken lassen könnte. Also ich zum Friseur mit wackeligen Knien, aus lauter Angst nachher mit roten oder schwarzen statt mit blonden Haaren herauszukommen. Klappte aber alles vorzüglich!


Ich bekam einen Kaffee angeboten, mir wurden noch schnell die Augenbrauen gezupft für 20Rand=1,33 € und irgendwann reichte dann eine Angestellte noch kleine Snacks herum. Ach und noch eine nette Frau kam und wollte meine Nägel lackieren. Ich sagte ihr dann, dass ich das immer selber mache. Daraufhin war sie überhaupt nicht abweisend, sondern eher das Gegenteil passierte, sie sagte sie mache es auch immer bei sich alleine und ob wir es nicht das nächste Mal einfach gemeinsam machen wollten. Als ich dann hübsch gestylt fertig war wurde ich noch ganz lieb in den Arm genommen. Man hat mir dann wohl doch die Erleichterung angesehen nicht rot gefärbt zu sein.
Dann zu Hause noch schnell Beate beim vorbereiten der Salate geholfen, denn um 3 pm sollte es losgehen, und dann ging es auch los! Die Gäste kamen pünktlich, gegessen wurde aber erst um 6 pm. Mir hing der Magen in den Kniekehlen! Eigentlich weiß ich, dass beim Grillen in Südafrika nicht alles sofort fertig ist wie bei uns zu Hause. Hatte es nur erfolgreich verdrängt!

Aber es war trotzdem richtig toll. Von 22 bis 86 Jahren war alles hier vertreten, multikulti, so wie Südafrika auch ist, spiegelte sich bei den Gästen wider. Ich glaube es waren Mauritius, Italien, Indien, Deutschland, weiße und schwarze Afrikaner hier vertreten.

Marcel, 86 Jahre alt, holte dann irgendwann sein Akkordeon rüber und ich fühlte mich nach Hamburg versetzt als er zu spielen begann. "Auf der Reeperbahn Nachts um halb eins, ob du ein Mädel hast ..."


Später wurde dann die Gitarre ausgepackt und schwarze Südafrikaner sangen mit einer so tollen Stimme, dass ich gehofft habe, der Abend würde nie vergehen.

Irgendwann gab es dann auch etwas zu Essen, Borewors, geräuchte Wurst, Lammfleisch, Ananas gegrillt, Mais, Knoblauchbrot, Avocadosalat, Humus, Käsecreme und Gingerplätzchen- Tiramisu.
Und Bier und Wein flossen auch in Strömen. Also grillen können sie die Südafrikaner!

Na läuft schon jemandem das Wasser im Mund zusammen?

Aber was hier natürlich auch die Lebensqualität ausmacht ist das tolle Wetter, man kann einfach immer draußen sein. Und das trägt zur Lebensfreude bei!


Jasmin, Renier (der neue Freund von Beate) und ich!


Nicole, Beate und José, Natalies Mann.


Beate mit ihren Nachbarn Monique, Inger und Marcel.


Beate und Louise


Inger und Mozzie, der Sohn von Monique und Marcel.


Beate mit Kim!


Und die beiden hätten wohl auch gerne mitgefeiert, durften sie aber nicht!

Was habe ich gelernt?

1. Ich kann hier problemlos zum Friseur gehen!

2. Grillen im Februar ist richtig klasse! (Mann muss nur im richtigen Land leben ;-) )

3. Eine einzelne Wolke über mir regnet, ich dachte, dass gibt es nur als Slapstick!